Support ist kein Mord

Ich habe dieses Thema schon einmal kurz in meiner Insta Story angerissen, letzte Woche habe ich aber genau meine Worte auch nocheinmal unabhängig von einer anderen Bloggerin gehört und denke das Thema verlangt nach einem eigenen Blogartikel.

Den Hashtag #supportistkeinmord habt ihr vielleicht schonmal gelesen, wenn ihr auch anderen Bloggern folgt, aber habt ihr auch verstanden was dahinter steht. ? Denn es geht nicht darum möglichst viele Bilder zu liken um das Ego des jeweiligen Instagrammers zu pushen..

Meinem Instagram Account folgen nicht nur „Fremde“, sondern auch überraschend viele Leute die ich aus der Schule kenne bzw kannte. Da sind Leute dabei mit denen ich befreundet bin/war oder Leute die ich einfach nur vom sehen kenne weil wir an der gleichen Schule waren. Besonders diese Leute die man eben irgendwie kennt – selbst wenn man noch nie miteinander geredet hat – schauen jeden Tag meine Insta Story. Ich kann genau sehen wer sich jeden Tag welchen Snap ansieht. Jeden Tag.
Meistens kommt da eine beachtliche Anzahl an Minuten zusammen. Und diese Menschen haben tatsächlich Zeit sind meine teilweise 8 Minuten lange Story anzusehen. Muss ja interessant sein, oder ? Wenn ich dann aber mal ein Bild poste, ist ein Doppelklick, also ein Like, welcher dich gerade mich eine Sekunde kostet zu viel verlangt. Ich habe mir deshalb tatsächlich schon Gedanken gemacht ob die Bilder die ich poste vielleicht einfach nicht schön genug sind. Aber das ist Schwachsinn. Ich finde meinen Feed toll ! Er spiegelt genau das wieder was ich bin und was ich mag. Paris, Mode, Essen. Und in meinen Stories bekommt ihr eben meinen dämlichen Humor noch obendrauf. 

Also warum schauen so viele Leute die ich privat „kenne“ meine Stories, aber liken oder kommentieren nie eines meiner Bilder.
Anfangs ging ich noch davon aus, dass die meisten gar nicht wissen, dass ich sehr wohl sehe wer die Stories anklickt. Mittlerweile sollte das aber denke ich jeder begriffen habe. Ich sehe wenn du meine Story schaust. Ja du, ich sehe dich !

Mir ist die Lust auf Spekulationen irgendwann vergangen. Ihr könnt euch selbst ein Urteil bilden warum diese Leute so agieren wie sie es tun..

Warum Support ? 

Es geht nicht um’s Ego. Ich kann hier natürlich nur für mich sprechen. Eines meiner Ziele für Instagram und meinen Blog ist interessanten Content zu liefern, der mich und euch interessiert, der euch auch mal wieder zum Lesen anspornt. Themen mit denen ihr nicht eure Zeit verschwendet. Ich will nicht der tausendste Account sein, der die gleichen Presets benutzt, der ständig die gleichen Bilder am Meer oder sonst wo hochlädt mit den immer gleichen Posen und am Ende dann sagt „ich will inspirieren“. Auf Instagram gibt es soooo viele Accounts die einfach gleich aussehen. Meiner Meinung nach, kann man allein mit seinen Bildern keine neuen Follower mehr gewinnen, aber mit Persönlichkeit oder Content – und im besten Fall mit beiden Attributen. 

Um interessanten Content gewährleisten zu können muss ich eben von Zeit zu Zeit mit Marken und Presse Büros zusammenarbeiten um u.a. PR Samples anzufragen.
Na klar ist es authentisch, Sachen nicht nur einmal zu tragen, aber wenn ich euch immer das gleiche Outfit fotografiere wird es langweilig, oder ?
Genauso mit Make-up Tutorials auf YouTube. Irgendwann ist ein Limit an Looks mit immer den gleichen Produkten erreicht und ich persönlich schaue mir sehr gern First Impression Videos an, wo neues Make-up ausprobiert wird. Als Studentin kann ich es mir aber eben nicht leisten immer neues Make-up zu kaufen, besonders das was ich schön finde haha
Bei Sephora braucht man nur 2 Produkte kaufen und ist 100€ los.

Mein Ziel dabei ist es nicht Unternehmen “auszunehmen” und so viel Gratisproben wie möglich anzuhäufen. Es gibt durchaus Mädels die das tun. Vor 2 Jahren noch habe ich selbst bei einem Unternehmen gearbeitet, was sich langsam an Influencer Marketing rangetastet hat und PR Samples verschickt hat. Da wurden viiiiele Klamotten im Wert von mehreren 100€ verschickt. Bei Instagram wurde dann auch immer alles fleißig vorgestellt und gesagt wie schön alles ist, doch ein paar Wochen später habe ich die gleichen Sachen dann auf Verkaufsaccounts wieder gefunden oder in den Stories der jeweiligen Blogger gesehen wie sie die Klamotten an Freunde und Familie weiter verschenken. Traurig genug, dass sowas passiert, aber schön blöd das auch noch zu filmen.

Im Endeffekt profitiere nicht nur ich von Samples sondern vor allem die Unternehmen. 

Und ja das funktioniert auch schon sehr gut bei so kleinen Leuten wie mir. Ich habe keine halbe Million Follower. Ich habe nichts zu verlieren !

Vor einigen Tagen habe ich wieder angefangen zu entsaften und habe seitdem einige Nachrichten zu meinem Entsafter bekommen, welches Model, welche Marke..
Habe ich übrigens keinem verraten, weil ich mit meinem Entsafter unzufrieden bin. Aber stellt euch vor ich wäre zufrieden und hätte 20 Leuten die Marke + Modelname geschrieben. Wenn nur 5 davon den Entsafter am Ende kaufen würde, hat das Unternehmen ein Plus von 500% weil ich den Entsafter in diesem Fall selbst gekauft habe.Wenn diese 5 Leute den Entsafter jetzt auch noch an Freunde oder Familie weiterempfehlen über Mundpropaganda entsteht noch mehr Umsatz.

Von daher hat ein Unternehmen durchaus einen großen Vorteil davon ein paar PR Samples zu verschicken. Soweit das Produkt nicht komplett scheiße ist kann man mit Influencer Marketing als Unternehmen nur Umsatz machen (außer man muss unendlich viel Geld an Influencer/ Blogger zahlen..das sollte man schon vorher kalkulieren).

Ein weiteres Beispiel wäre Kosmetik. Ihr macht euch keine Vorstellungen wie viel Geld in der Kosmetikindustrie steckt. Ich habe schon sooo oft Nachrichten bei Instagram von euch bekommen, wo ihr nach einem gewissen Produkt gefragt habt welches ich benutzt habe, oder mir zeigt, dass ihr etwas nachgekauft habt. An dieser Stelle erstmal danke für eurer Vertrauen. Ich bin noch in der Position, dass ich mir all meine Schminke (leider) selber kaufen muss, da ich vorerst nicht auf der PR Liste meiner Lieblingsmarken stehe (Shoutout to Dior, Benefit, Tom Ford, Charlotte Tilbury und weitere). Der Vorteil hier – ich habe nichts zu verlieren.
Wenn ich eine negative Review gebe, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand von der Firma es liest ziemlich unwahrscheinlich und selbst wenn, was soll passieren ? Ich kann von keiner Liste gestrichen werden, auf der ich nie drauf stand.
Ich habe letztens in einem YouTube Video eine schlechte Review zu Pflegeprodukten gegeben die mir als PR Sample zugeschickt wurden und in diesem Fall hat die Firma meine Review gesehen. Von dieser Marke werde ich mit Sicherheit nichts mehr zugeschickt bekommen..

Zahlen, Zahlen, Zahlen..

Ohne geht’s nicht.
Jedes Presse Büro, jede Brand will wissen ob es sich lohnt dir ein Produkt zur Verfügung zu stellen. Passt das Produkt in deine Themenvielfalt ? Spricht es deine “Follower” an ? Wie viele Leute sehen es das Produkt am Ende ? Wie vielen gefällt es ? Und noch wichtiger für die Marke..kommt am Ende Umsatz dabei rum ? So unattraktiv wie es klingt, beim Influencer Marketing geht es einzig und allein um Umsatz. Auch irgendwo Sympathie, aber das hängt von den Personen im jeweiligen Presse Büro ab.

Um sein Engagement zu zeigen schickt man üblicherweise ein “Media Kit” ein. Hierin befinden sich neben Angaben zur eigenen Person auch Screenshots von Insta Story Views und weitere analytische Daten wie Klickzahlen für den Blog, Watchtime auf YouTube und Reichweite & Like’s auf Instagram. Abhängig von der Themenvielfalt und den analytischen Daten entscheidet die jeweilige Marke dann darüber mit wem sie zusammen arbeitet.

Es ist wie wenn man sich für einen Job oder ein Praktikum bewirbt. Man muss sich immer und überall beweisen, auch bei einem Date musst du deinem Gegenüber beweisen, dass du ne gute Partie bist. Im Fall vom Influencermarketing wird das ganze halt eben recht kalt anhand von Zahlen gemessen.

Ich hoffe der Blogpost konnte ein wenig Licht in’s Dunkle bringen und hat euch verständlich erklärt, warum Engagement sooo wichtig ist.

Laura xx

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